Vorwort

Im Vorwort wird die Frage gestellt, ob die Bibel, die Jahrtausende alte Überlieferung, soweit relativiert werden darf, daß man das weithin als „Heiliges Buch“ verehrte Werk gar als „unheilig“ bezeichnet.

 

Welche Bibel ist die richtige?

In diesem Projekt wird vorwiegend auf die Einheitsübersetzung Bezug genommen, aber daneben gibt es zahlreiche Varianten.

Wer in der Bibel nach der Wahrheit sucht, hat also eine reiche Auswahl. Möge er aber immerhin den Hinweis bedenken, daß „der Buchstabe tötet, der Geist lebendig macht“!

 

Was wollten die Verfasser der Bibel erreichen und was wollen die Verfechter der Bibeltradition?

Die Bibel wurde zusammengestellt, zusammengetragen aus mündlichen Überlieferungen, sowie Texten aus verschiedensten Quellen, Briefen, Berichten, Abschriften und immer wieder Übersetzungen, korrigierten und korrigierenden Beiträgen. Nicht immer waren die zuständigen Gelehrten und religiösen, durchaus auch weltlichen Machthaber, aber an der Wahrheit interessiert. So vermischte sich Lehre und Irrlehre, Verständnis und Manipulation.

Wer es jedoch, wie

 

Baruch de Spinoza

Wagte die Bibel zu hinterfragen mußte mit dem Bannspruch und dem geradezu grotesk gräßlichen Fluch rechnen und war ein Leben lang ein Ausgestoßener.

 

Glauben trotz Bibel?

Viele Menschen sind eher bereit, an Gott zu zweifeln, als an den alten Überlieferungen. Achselzuckend wird akzeptiert, was die Geschichtsschreiber im Dienste an den Machtinteressen ihrer Vorgesetzten festhalten und an Generationen weitergeben. Ein wahrer Sieg der finsteren Mächte – so scheint es.

 

Führt Gott die Menschen?

Die Menschheit wird von Gott geführt, auch wenn das für unsere „modernen Ohren“ sehr theoretisch und sehr abstrakt klingt. Auf dem Weg durch die Materie bleibt das Geschöpf dem Schöpfer erhalten. Der ewige All-Geist respektiert den freien Willen des Menschen, der Seele, als deren kostbarster Besitz.

 

Prophetie

Gott bietet der Menschheit aber auch die ganz direkte Führung durch Sein Wort an. In der Bibel liest man fast unzählige Male den Hinweis: „Und Gott sprach“. Er spricht durch Propheten. Mit der Gottesprophetie hatte die Kirche seit ihrem Bestehen ihre Schwierigkeiten, genau wie es im Alten Testament von der jüdischen Priesterschaft berichtet wird. Schon damals wurden die Propheten verlacht, verhöhnt, für geisteskrank gehalten, schließlich verfolgt und oft getötet. Und doch wird von Jesus überliefert, daß er angekündigt hat: „Wenn aber der Geist der Wahrheit kommt, wird Er euch in alle Wahrheit führen“.

 

Der Weg nach innen – das große „Kehret um“

 

Der persönliche Paradigmenwechsel

Für den oft zitierten „braven“ Bürger, der sich nichts zuschulden kommen läßt, seine Steuern bezahlt, seine Pflichten in der Gesellschaft, dem Beruf, der Familie nachkommt, ist der Anruf zur Umkehr eher befremdlich.

Nun bedeutet das „Kehret um“ die Ausrichtung auf Sinn und Zweck des Erdenlebens, dabei gilt es oft neue Prioritäten zu setzen. Das geistige Ziel an erste Stelle zu setzen. Stille statt Lärm zu suchen ist in unserer Zeit schon allein eine Herausforderung, oder gar Sammlung statt Zerstreuung.

 

Gottlos? Freiheit von Gott?

Auf Dauer, also auf ewige Zeit, um dieses Paradoxon zu verwenden, kann sich kein Mensch von Gott lösen, da er ja Gottes Bild als Wesensanteil in sich trägt. Absonderung, Freiheit von Gott sozusagen, kann es genauso wenig geben, wie Freiheit vom eigenen seelischen Ich.

 

Die Bibel und die Heilsgeschichte

Die Bibel ist die Geschichte der Erlösung, der Rückführung vom Irrweg der gefallenen Schöpfung. Jedenfalls sollte sie das sein. Die geschichtlichen Darstellungen sollten auch dem heutigen Menschen Wegweiser sein. Wozu sonst könnte die Erzählung aus dem Geschichtsablauf von Nutzen sein, wenn nicht als Beispiel, als Warnung und Mahnung, und als Botschaft von der Liebe Gottes?

 

Quellen der Wahrheit

Zunächst muß jeder Bibelleser seine persönliche Stellungnahme zur Bibel und ihren Quellen

klären. Wer spricht in der Bibel, wer sprach zu den Menschen damals, wer spricht zu den Menschen heute, wie fügt sich das Gesprochene und der Bericht in das Gesamtbild ein.

 

Die Schöpfungsgeschichte

Nimmt man den Bibeltext nicht als Bildersprache, dann hätte Gott die Welt in 6 Tagen erschaffen und am 7. Tag geruht. Vor etwa 6000 Jahren also wäre der erste Mensch ins Paradies gesetzt worden.

Die Wissenschaft spricht heute von ganz anderen Zeiträumen. Die Welt der Bibelgläubigen und Gottsuchenden teilt sich in erbitterte Gegnerschaften und es bedürfte doch nur eines Rückgriffes auf die auch nach Abschluß der Bibelfestlegungen erfolgten göttlichen Offenbarungen durch die Jahrhunderte, auch unserer Zeit.

 

Adam und Eva

 

Und das nützliche Märchen von der Erbsünde

Welche angsteinflößende und die Menschen durch die Jahrhunderte bedrückende Idee war und ist diese Lehre von der Erbsünde! Gott, die UR-Gerechtigkeit und ALL-Liebe soll gewollt haben, daß aus der ersten Übertretung des göttlichen Gebotes durch Adam und Eva eine Erbsünde für jeden Menschen entstehe?

 

Das Alte Testament

Von so manchen geistigen Größen, echten Gottesboten des Alten Testamentes, wird uns Heutigen berichtet in den Niederschriften des Schreib-Mediums Anita Wolf. Sie hat von 1900 bis 1989 in Deutschland und Österreich gelebt und ein umfangreiches Offenbarungswerk hinterlassen. Die großen Gestalten, die uns hier entgegentreten, haben auch uns Heutigen mehr zu sagen, als die dürren Bibelworte ahnen lassen und der Vergleich dieser Schriften mit den vielfältigen Bibelauslegungen stellt ein neues, ein lebendiges Gottesbild vor das innere Auge des Suchenden.

 

Abraham und Sara

In der Bibel ist die äußere Lebensgeschichte des Abraham und der Sara enthalten, seine gewaltigen Wanderzüge, seine Berufung zum Stammvater eines großen Volkes, mit dem Gott einen Bund geschlossen hat.

Nun ist die Natur dieses Bundes seit Jahrtausenden eine heikle Angelegenheit, gibt es doch kaum ein Volk, das nicht von sich glaubt, daß es auserwählt sei, dass es etwas Besseres sei, als die anderen Völker, daß es Gott näher stünde, mehr von ihm geliebt würde. So glauben das die Juden bis in die heutige Zeit, so glauben es die Christen bis in die heutige Zeit, so glauben es manche andere Völker oder Religionsgemeinschaften.

 

Moses

Moses, dessen äußere Lebensgeschichte in der Bibel beschrieben steht, war in den Lehrstätten des Pharao erzogen worden. Seine wahre Berufung wurde ihm bewußt, als Gottes Geist ihn anrief, als also seine Seelenkraft soweit ausgebildet war, dass er Gottes Stimme vernehmen konnte.

Moses war der inkarnierte Cherub der göttlichen Ordnung, eine ehrfurchtgebietende Persönlichkeit von großer Autorität. Diese innere und äußere Kraft der Führung wurde vom Volk der Juden, wie uns berichtet wird, vielfach bis zur Zerreißprobe herausgefordert.

Moses brachte den Menschen die Gebote Gottes in Stein gegraben. Er hat aber zusätzliche Gebote und Verordnungen und Satzungen in großer Zahl gegeben, die die ungebärdigen Volkshaufen in den 40 Jahren der Wüstenwanderung in der Disziplin und zu einem friedlichen Volk schulen sollten und die außerdem oft der Gesunderhaltung der ihm anvertrauten Menschen dienten. Wir sind sicher heutzutage berechtigt, so manche dieser Anordnungen zu hinterfragen in wiefern sie heute noch Gültigkeit besitzen und Sinn machen.

 

Josua

Das Buch Josua ist, wie das gesamte Alte Testament, überreich gespickt mit unvorstellbar blutrünstigen Berichten. Ohne geistige Führung sind auch hier Menschenwerk und Gottes Heilsführung nicht mehr auseinanderzuhalten.

Auch Josua konnte Gottes Stimme vernehmen und der Auftrag Gottes, Jericho zu erobern wurde mit der Mahnung Gottes verknüpft die uns wie folgt berichtet wird: „Schone Meine Menschen! Treibe nur das Heidenwesen, nicht die Leute aus, verbanne jede Unordnung und schaffe Ordnung; zerbrich die heidnischen Altäre und baue allen Armen eine Hütte; nimm die Götzen weg und biete lieber Brot. ...“

Jericho wurde erobert, denn es war das rechtmäßige Erbe Israels, aber in anderer Weise und anderer Gesinnung als in der Bibel geschrieben steht.

Das jahrtausende alte Bibelwerk in seinen verschiedenen Ausführungen durchzuarbeiten, auf der Suche nach dem Roten Faden, der die Heilsgeschichte, die geistige Führung durch den Wust der Traditionen, der Überlieferungen und Interpretationen hindurch wieder aufleuchten lässt dürfte das Werk kommender, geistig aufgeklärter Generationen werden und wurde auch schon vielfach von berufener Seite vorbereitet.

Diese hier vorliegende Betrachtung geht in Ausschnitten weiter durch die Geschichte der Deborah, einer Frau im Richteramt, der alttestamentarischen Ruth, über Eli, Samuel und Saul, dem ersten König Israels, und führt über Jesaja, einem der großen Visionäre, über Hiob zum Geschehen der Zeitenwende, der Zeit Jesu von Nazareth.

Von der Erlösung durch Jesus Christus wissen auch heute noch die wenigsten Menschen, worum es sich dabei handelt, weil es sie entweder nicht interessiert, oder, was noch häufiger der Fall ist, weil sie die wahre geistige Lehre noch nicht kennen.

So haben wir nach der Zeit Jesu keine offizielle Fortschreibung der Heilsgeschichte mehr, die Evangelien wurden abgeschlossen, stattdessen wurde das Wort des Herrn an Petrus (auf diesen Felsen will ich meine Kirche gründen) missbraucht zur Gründung einer äußeren Kirche, die weder in ihren Machtstrukturen noch in ihrer Prachtentfaltung oder gar in ihren Eroberungsstrategien irgendetwas mit Jesu Lehre zu tun hat.

Die Frohe Botschaft vom Sieg des Lichtes über die Finsternis, von der Liebe Gottes die alle Vorstellungen übertrifft, vom zeitlosen, ewigen Leben, ist verborgen in der Bibel enthalten, sie aus dem Menschenwerk aus Tradition, Gelehrsamkeit und Irrwegen herauszuschälen, damit sie neu erstrahle, möge das Anliegen des emanzipierten Christen sein.